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Central Europe Projekt YURA

Das Central Europe Projekt YURA –Developing transnational, transversal youth strategies for regions with migration- war ein dreijähriges Vorhaben, das 6 unterschiedliche Regionen mit einem gemeinsamen Problem, der Abwanderung (höhergebildeter) Jugendlicher, miteinander verbindet.

Informationen zum Projekt

Projektpartner*innen

Regionalmanagement Südweststeiermark

Projektlaufzeit

03/2010 – 02/2013

Förderung / Finanzierung

INTERREG/ ETZ

Mag. Lasse Kraack

Geschäftsführer
T: +43 3452 84510
l.kraack@eu-regionalmanagement.at

YURA – YOUR REGION YOUR FUTURE

Das Central Europe Projekt YURA –Developing transnational, transversal youth strategies for regions with migration war ein dreijähriges Vorhaben, das 6 unterschiedliche Regionen mit einem gemeinsamen Problem, der Abwanderung (höhergebildeter) Jugendlicher, miteinander verbindet. Dabei wurde gemeinsam versucht Jugendliche in periphereren Bereichen zu halten oder Sie zurückzuholen, um so die ländlichen Regionen sozial und vor allem auch wirtschaftlich in ihren Entwicklungen zu unterstützen und dem vorherrschenden Brain-Drain entgegenzuwirken.

Das Projekt YURA wurde entwickelt, um den Auswirkungen der demographischen und sozialen Veränderung im Vorfeld entgegen zu wirken. Die Wettbewerbsfähigkeit der Regionen und ihrer Unternehmen sollte dabei gestärkt werden. Das ist aber nur möglich, wenn hoch qualifizierte Fachkräfte auch in Zukunft den Regionen bereitstehen.

Gegen Brain Drain in ländlichen Regionen

Unternehmen, Schulen, Bildungseinrichtungen und regionale sowie überregionale Politiken waren und sind auch weiterhin gefordert, gemeinsame Maßnahmen zur Schaffung bestmöglicher Rahmenbedingen in ländlich geprägten Regionen zu entwickeln. Dafür wurden während des Projektes in allen teilnehmenden Regionen Stakeholder-Treffen eingeführt. Entwicklungen von Strategien, Maßnahmen und Netzwerken um junge, qualifizierte Fachkräfte und höher gebildete Personen in der Region zu halten, standen im Fokus des Projektes.

Abseits von sechs teilregionalen und einer gesamtheitlichen Stärken/Schwäche Analyse des Bearbeitungsgebiets (mit einem zusätzlichen Fokus auf Ausbildungssysteme und Schule-Wirtschaftskooperationen), einer internationalen „Best-Practise“ Sammlung von Initiativen zur Unterstützung von Jugendlichen und der abschließenden teil- und gesamteuropäischen YURA (Jugend-) – Strategieentwicklung sind zwei Arbeitsschwerpunkte besonders hervorzuheben.

  1. Die in allen Regionen durchgeführten Pilotaktionen
  2. Das Jugend-Stakeholder Seminar mit internationaler Beteiligung von Jugendlichen in Deutschland

Die Pilotaktionen waren für alle Projektpartner der arbeitsintensivste und umsetzungsorientierteste und deshalb spannendste Teil des Projektes. Ziel war es, diese Pilotaktionen in den unterschiedlichen Regionen unter unterschiedlichen Voraussetzungen zu testen, um im Nachhinein eine europaweit anwendbare Methodik abzuleiten. Die aus den Pilotaktionen gewonnenen Erkenntnisse und abgeleiteten Maßnahmenvorschläge sind ein wichtiger Baustein der gemeinsamen YURA – Strategie.

Der Projektpartnerschaft war es bei der Umsetzung der Pilotaktionen besonders wichtig, möglichst viele Jugendliche im Alter zwischen 14-30 Jahren einzubinden, den die Pilotaktionen sollten im Gegensatz zu Top-Down verordneten Ansätzen, für und vor allem mit Jugendlichen zusammen geplant und umgesetzt werden. Umso schöner ist es zu berichten, dass insgesamt eine Einbindung von über 3500 Jugendlichen (davon über 2000 in der Steiermark), über 50 Unternehmen (davon 20 in der Steiermark), zahlreichen Schulischen und Außerschulischen Institutionen sowie politischer Vertreter*innen unterschiedlichster Ebenen erreichten.

Für die 4 unterschiedlichen Pilotaktion-Kategorien mit doch unterschiedlichen inhaltlichen Ansätzen wurde jeweils eine eigene Methodik entwickelt. Nachdem die Voraussetzungen in den teilnehmenden Regionen sehr unterschiedlich waren, war die Endausformung der Pilotaktionen jedoch nicht exakt ident. So ergab sich allerdings die Möglichkeit, verschiedene Herangehensweisen an die vorgegebene Methodik zu vergleichen. Eine genaue Beschreibung der jeweiligen Einzelinitiativen finden Sie im Bericht „Joint Pilot Actions“ des Projektes. In der „Study Pilot Actions“ können die zusammengefassten und bewerteten Ergebnisse der Pilotaktionen sowie ein Maßnahmenplan und Aussagen zu Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit nachgelesen werden.

18 Pilotaktionen, umgesetzt in drei Kategorien:

  • Lernpartnerschaften – dabei wurden Kooperationen zwischen Schulen und regionalen Wirtschaftsunternehmen aufgebaut (z.B. über Exkursionen, Vorträge, Firmenbesuche, gemeinsame Projekte). Dabei konnten in der Steiermark im Bereich Voitsberg und Weiz über 1400 Schüler*nnen informiert werden und langfristige Kontakte zwischen Schulen und Wirtschaft geknüpft werden.

  • Business Akademie – die Pilotaktion diente der Unterstützung besonders begabter und interessierter Schüler*innen. In der Steiermark wurde die PA in der HLW Deutschlandsberg durchgeführt. Dabei wurden den Schüler*innen zusätzliche Unterrichtseinheiten, die durch regionale Unternehmen im Bereich Wirtschaft (z.B. Erstellung von Businessplänen) abgehalten wurden, über ein Semester hinweg angeboten.

  • Zukunftslabor – Jenseits der stark wirtschaftlich geprägten Pilotaktionen beschäftigte sich das Zukunftslabor Südweststeiermark sich mit den sozialen Faktoren in der Entscheidung von Jugendlichen, ob sie abwandern oder nicht. Mit über 700 Jugendlichen wurde zu den Themen Wohlfühlen in der Region, Informationsvermittlung, Freizeit, Arbeit, Mobilität und Beteiligung gearbeitet (Umfrage) und verschiedene positive Zukunftsszenarien für die Region Südweststeiermark erstellt (Fokusgruppen). Parallel dazu wurde bei Stakeholdern und den betroffenen Gemeinden (Gemeinde Quick-Check) eine Umfrage gestartet, um unterschiedliche Wahrnehmungen zu überprüfen bzw. die tatsächlich vorhandenen Angebote für Jugendliche in den Gemeinden abzufragen.

Ergebnisse

Die Ergebnisse der Pilotaktion wurden den Beteiligten, im Besonderen den politischen Gremien der Region, vorgestellt und zusammen diskutiert. Außerdem dienen die Ergebnisse als Grundlage für verschiedene jugendrelevante Projekte und fließen in die Leitbildentwicklung der Südweststeiemark ein.

  • Schüler*innenforschungszentrum – In dieser Form der Wirtschaft-Schule Kooperation wurde es den Schüler*innen ermöglicht praktisch in den Unternehmen tätig zu werden. So wurden in den Unternehmen unter Anleitung von Angestellten von den Schüler*innen Werkstücke konzipiert und hergestellt (z.B. Led-Taschenlampen). Schon in dieser ersten Phase resultierten daraus Lehrplätze für mind. 4 Schüler.

Erfreulicherweise zeichneten die beide durchgeführten Evaluierungen der Pilotaktionen ein positives Bild. Abgesehen von der direkten Beeinflussung der beteiligten Jugendlichen, Unternehmen, Politiker*innen, etc. konnte in allen teilnehmenden Regionen durch die Pilotaktionen und die sie begleitende Öffentlichkeitsarbeit wichtige Bewusstseinsbildung für das Thema Jugendabwanderung betrieben und Aufmerksamkeit auf das Thema Jugendliche in ländlichen Regionen gelenkt werden.

  • Beim Youth Stakeholder Meeting bot sich 20 Jugendlichen aus allen beteiligten Regionen die Möglichkeit innerhalb einer zusammen verbrachten Woche ihre Meinungen, Probleme, Hoffnungen und Wünsche austauschen. Entstanden sind dabei, unterstützt durch verschiedene Workshoptypen, neben mehreren auf YouTube veröffentlichten Video- und Radiospots auch eine „Declaration of Youth“, durch die die Jugendlichen PolitikerInnen in ganz Europa von den Jugendlichen aufgefordert wurden aktiv zu werden, um Ihnen eine Zukunft in ländlichen Regionen zu vereinfachen. Die im Zuge der Deklaration verfassten 12 Forderungen der Jugendlichen sind einer der wichtigsten Ergebnisse, weil sie unabhängig von Herkunft, Sprache, Alter oder persönlichen Voraussetzungen die Wünsche Jugendlicher in ländlichen Regionen sehr gut abbilden.

Auszug aus der Jugenddeklaration

Unsere Forderungen:
Junge Menschen möchten gern in ihrer Region bleiben. Die Gründe für eine Migration innerhalb eines Landes oder in andere europäische Länder sind fast immer ökonomischer Natur. Die Aussicht auf eine gerechte Entlohnung oder überhaupt bezahlte Arbeit, lässt jedoch vielen jungen Menschen kaum eine andere Chance. Es soll und muss jedem jungen Menschen in Europa möglich sein, selbst zu entscheiden, wo er leben, studieren oder arbeiten will. Wir werden in der Region bleiben oder in jene Region ziehen, die für uns die besten Voraussetzungen für ein gelingendes Leben bietet. Unsere Heimatregionen haben in diesem Wettbewerb einen Startbonus. In drei Tagen intensiver Workshoparbeit haben wir beraten, welche Maßnahmen aus unserer Sicht notwendig sind, damit mehr junge Menschen in unseren Regionen bleiben und unsere Regionen für Jugendliche und junge Familien attraktiver werden.

  1. Mehr Möglichkeiten für Praktika in heimischen Unternehmen während der Schulzeit! Wir wollen wissen, welche Jobs bei uns benötigt werden, um gezielt eine Ausbildung oder ein Studium zu beginnen.
  2. Mehr Kooperationen zwischen Schulen und Unternehmen (open days, Unternehmer als Lehrer, Partnerschaften)! Unsere Schulen müssen die wichtigen Dinge des Lebens unterrichten, es braucht Platz für Unternehmergeist, Eigenständigkeit und Verantwortung gegenüber der Gesellschaft.
  3. Kostenloser und regelmäßiger öffentlicher Nahverkehr! Junge Menschen in den ländlichen Gebieten unserer Regionen sind strukturell benachteiligt. Ihre Teilhabe am kulturellen und gesellschaftlichen Leben muss abgesichert werden.
  4. Mehr Informationen über Möglichkeiten der „Mobilität zu Lernzwecken“! Um in Zeiten der Globalisierung bestehen zu können, benötigen wir auch Erfahrungen aus anderen europäischen Regionen. Das erlangte Fachwissen können wir dann in unserer Region weiter geben. Leider ist die Kenntnis über entsprechende Programme nicht weit verbreitet.
  5. Keine kostenlosen Praktika, die über 4 Wochen dauern! Weil Ausbildung oder Studium anscheinend nicht genügend praxisorientiert ist, werden vielfältige Berufserfahrungen in Form von Praktika verlangt. Dazu sind wir bereit, möchten jedoch dass eine angemessene Entlohnung dafür geleistet wird.
  6. Mehr Unterstützung und Vertrauen für Frauen in Führungspositionen seitens der Politik! Eine Region, die vor allem junge Frauen vermisst, muss besondere Anreize für diese Zielgruppe schaffen.
  7. Mehr Treffen zwischen Politik, Unternehmen und jungen Menschen! Politik und Unternehmen müssen verstehen was uns bewegt, wenn sie uns halten wollen. Wir wiederum müssen die Realität von Gesellschaft und Wirtschaft frühzeitig kennen lernen, um eine adäquate Lebensplanung vornehmen zu können.
  8. Kostenloser und schneller Internetzugang! Eine moderne Region versorgt nicht nur die Ballungszentren, sondern setzt schnelles Internet überall um. Wir sehen das Internet als ein „Recht auf Information“ an, deshalb sollte es kostenlos sein.
  9. Starke Förderung eines vielfältigen gesellschaftlichen Lebens! Die Lebensqualität einer Region wird maßgeblich durch eine ausgeglichene Work-Life-Balance bestimmt. Die Möglichkeit der Betätigung in Vereinen, Kultureinrichtungen, im Sport oder in Jugendverbänden und deren Förderung muss in einer attraktiven Region selbstverständlich sein.
  10. Bildung muss anspruchsvoll und kostenlos sein – von 0 bis zum ersten Abschluss! Egal ob Kindergarten, Schule, Ausbildung, Studium oder Musikschule und Jugendaustausch, für junge Familien ist kostenlose, qualitativ hochwertige Bildung nicht ein weicher, sondern ein harter Standortfaktor.
  11. Mehr interregionale Programme für junge Menschen! Der inhaltliche Fokus und die Förderung von Seminaren, Jugendbegegnungen, Schüleraustausch sollten (im Sinne eines Europas der Regionen) stärker interregional ausgeprägt sein. Dies trägt zur Bildung einer regionalen Identität bei, die in einem gesunden Wettbewerb mit der lokalen, nationalen und idealerweise auch europäischen Identität steht.
  12. Kinder und Jugendliche als Investition in die Zukunft betrachten! Wir möchten nicht immer als Problem dargestellt werden, welches nur Geld kostet. Wir möchten das gleiche positive Medienecho und Image in der Politik genießen, welches ein Großinvestor bekommt, sonst denken wir wohlmöglich noch, dass wir hier nicht erwünscht sind.

Die Projektpartnerschaft hofft, dass sich alle Länder der Europäischen Union in Zukunft stärker mit den Problemen und Ansprüchen Ihrer Jugendlichen beschäftigen, dass sie Ihnen ein gutes Leben und Arbeiten in ländlichen Regionen erleichtern und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Regionen auf natürliche und gesunde Weise zu stärken können.

„Je mehr sich Jugendliche emotional an ihre Region gebunden fühlen, desto eher wollen sie dort bleiben bzw. dorthin zurückkehren. Bindung an die Region entsteht über Angebote seitens der Region sowie aktive Einbindung der Jugendlichen.“ (beteiligung.st, 2012)

Projekt-Partner*innen

Projektpartner*innen: 10 Partnerinstitutionen aus 6 Zentraleuropäischen Ländern (Deutschland, Österreich, Ungarn, Polen, Tschechien und Italien)
Österreichische (=steirische) Projektpartner’innen: EU-Regionalmanagement Südweststeiermark, Innovation Region Styria
Lead Partner*innen: Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt (Deutschland)

Zukunftsraum | Klima und Umwelt | Lebenswelten

Unsere
Region

Die Südweststeiermark ist aufgrund ihrer unverwechselbaren Natur- und Kulturlandschaft nicht nur ein begehrtes Urlaubs- und Erholungsziel, sondern auch ein beliebter Wohn- und Wirtschaftsstandort.

Unsere
Geschäftsfelder

Unsere regionalen Entwicklungsstrategien umfassen eine Vielzahl von Themen, die in alle Bereiche des Lebens fallen: von der zukunftsfähigen Infrastruktur über Digitalisierung bis hin zu klimafreundlichen Mobilitäts- und innovativen Bildungsangeboten.

Service &
Förderungen

Erfahren Sie mehr über unsere vielfältigen Förderprogramme: Von LEADER, einer Initiative der Europäischen Union zur Förderung innovativer Modelle und Projekte, bis hin zur Förderung der Jugend in der Region Südweststeiermark.

Aktuelles von den Geschäftsfeldern

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Ein Puzzle aus Pflanzen und Insekten 1152 864 Regionalmanagement Südweststeiermark

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