Mikro ÖV Strategie – Steiermark

verkehrAm 19.01.2017 präsentierte Verkehrslandesrat Anton Lang und der für Finanzen zuständige Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer (SPÖ) die “Mikro-ÖV”-Strategie des Landes Steiermark.

Eine qualitative ÖV-Grundversorgung über den ÖV-Linienverkehr abseits der Agglomerationsräumen und teilregionalen Versorgungszentren ist in vielen Gemeinden nicht mehr gegeben und oft bis auf den SchülerInnentransport ausegdünnt. Mobilitätseingeschränkte Personengruppen und Personen denen kein eigener Pkw zur Verfügung steht sind auf Hol- und Bringdienste von Freunden oder Familienangehörigen angewiesen. Durch die Etaplierung von Mikro ÖV Systemen kann eine ÖV Grundversorgung in längliche Region geschaffen werden.

Mikro ÖV Systeme sind bedarfsorientierte Mobilitätslösungen, welche die ÖV Grundversorgung für die Erfüllung des Daseinsgrundfunktionen der Bevölkerung sicherstellt und als Zu- und Abringer zu funktionierenden öffentlichen Verkehrsnetzen (S-Bahn, Linienbus) dienen.

Um die Gemeinden in ländlichen Gebieten bei der Realiserung von Mikro ÖV Systemen planerisch und finanziell zu unterstützen wurde die “MIKRO ÖV Strategie  des Landes Steiermark” erarbeitet.

Die sieben Grundsätze der „Mikro-ÖV“-Strategie Steiermark:
Die „Mikro-ÖV”-Strategie des Landes Steiermark fußt auf folgenden 7 Grundsätzen:

 

„Mikro-ÖV” leistet für viele Menschen – insbesondere im ländlichen Raum –  einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung und Sicherung von  Daseinsgrundfunktionen.
Mobilität ist eine wichtige Voraussetzung zur Erfüllung von Daseinsgrundfunktionen, etwa Gesundheitsversorgung, Behördenwege, Einkäufe. Insbesondere im ländlichen Raum ist daher ein Grundangebot an ÖV unverzichtbar. „Mikro-ÖV” erfüllt in diesen Gebieten, in denen aufgrund der geringen Nachfrage keine Regionalbusse verkehren oder Haltestellen des ÖV nicht mehr fußläufig oder mit dem Fahrrad erreichbar sind, eine wichtige (Zubringer-)Funktion.

„Mikro-ÖV” leistet einen Beitrag zur sozialen Inklusion.
Jugendliche und junge Erwachsene sowie weitere Personen ohne Führerschein, SeniorInnen und in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen aber auch Menschen, die sich keinen eigenen Pkw leisten können oder wollen, sind auf alternative Mobilitätsangebote, insbesondere Angebote des ÖV angewiesen. Teilhabe am sozialen Leben – das reicht vom Besuch von Verwandten und FreundInnen über die Teilnahme am Musikschulunterricht oder am Sporttraining bis hin zum Besuch von Veranstaltungen oder Ausstellungen – ist in vielen Regionen der Steiermark ohne Überwindung großer Entfernungen nicht möglich. Auch hier leistet „Mikro-ÖV” (in Kombination mit dem Linienangebot des ÖV) einen unverzichtbaren Beitrag.

„Mikro-ÖV” soll einen Beitrag zur Erhöhung des Modal-Split-Anteils des Öffentlichen Verkehrs leisten.
Neben dem Zu-Fuß-Gehen und dem Radverkehr ist der Öffentliche Verkehr (ÖV) die zentrale nachhaltige Mobilitätsform. „Mikro-ÖV” dient direkt und indirekt (durch seine Zubringerfunktion) der Vermeidung von Fahrten mit dem privaten Pkw und erhöht somit den Anteil des ÖV am Modal Split.

„Mikro-ÖV” darf nie in Konkurrenz zu den Linienangeboten des Öffentlichen Verkehrs treten, sondern soll – wo immer das möglich ist – als Zubringer fungieren.

„Mikro-ÖV” versteht sich als Teil des Öffentlichen Verkehrs, er sollte so konzipiert sein, dass eine bestmögliche Abstimmung mit dem bestehenden, liniengebundenen ÖV gewährleistet ist. Er ist so zu planen, dass – wenn vorhanden – Haltestellen des Linienverkehrs bedient werden und somit die Zubringerfunktion betont wird. Keinesfalls darf „Mikro-ÖV” in Konkurrenz zum bestehenden ÖV treten. Synergien von „Mikro-ÖV”-Angeboten mit anderen bestehenden Verkehren sind entsprechend zu überprüfen und bestmöglich zu nutzen. Das sind z. B. SchülerInnen-Gelegenheitsverkehre, Kindergartenfahrten und andere spezifische Transportdienste.

Vorrangige Zielgruppen.
• Jugendliche und junge Erwachsene
• SeniorInnen
• ökonomisch benachteiligte Personen
• Menschen mit eingeschränkter Mobilität
• PendlerInnenJe nach Bedarf und örtlichen Gegebenheiten können und sollen zusätzlich weitere Zielgruppen bedient werden. Vorwiegend touristische Angebote (wie z. B. Schibusse) werden von der „Mikro-ÖV”-Strategie Steiermark nicht erfasst.

„Mikro-ÖV” erfordert sorgfältige Planung.
Der Einführung eines „Mikro-ÖV”-Angebotes hat eine sorgfältige Planung voranzugehen. „Mikro-ÖV”-Systeme sind im Sinne der Nachhaltigkeit zu planen und umzusetzen (ökologisch, sozial, ökonomisch). Bereits in der Planungsphase ist die Bevölkerung einzubeziehen.

Qualitätsverbesserung durch regelmäßige Evaluierung.
Durch die Erfassung der Anzahl der Fahrgäste, der Nachfrageentwicklung und des Beförderungszwecks, der Zubringerfunktion zum ÖV und der Kosteneffizienz sind die Voraussetzungen für eine aussagekräftige Evaluierung gegeben.

 

Die Mikro ÖV Föderung des Landes Steiemark:

Mit 19.01.2017 wurde auch die MIKRO ÖV Förderung des Landes Steiermark vorgestellt:

Antragsberechtigt: Gemeinden, Gemeindeverbände, Regionalmanagements
Landesbudget: 1,5 Mio. Euro pro Jahr vorgesehen
1.Call: 1.Februar 2017 – Ende Mai 2017

Ausmaß der Förderung:

  • Die Förderung ist mit 50% der förderungswürdigen Kosten gedeckelt
  • Ausmaß der Förderungen (Basis-Förderhöhen und -Fördersätze) ist weiters nach der Steuerkraftkopfquote (orientiert sich nach der Richtlinie für Bedarfszuweisungen)
  • Förderung eines zweijährigen Probebetriebes mit möglicher Förderung der Initialisierungskosten (Föderhöhe:30%)
  • Nach einer Evaluierung kann um Dauerbetrieb von 5 Jahren angesucht werden (Föderhöhe: 20%)

Nähere Informationen zur Mikro ÖV Strategie und Föderung des Landes Steiermark:

Förderrichtlinie
Mikro-ÖV-Strategie_Web

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