RegioNext - Bezirk Leibnitz
Lage, Erreichbarkeit:
Der Bezirk Leibnitz schließt im Süden an den Großraum Graz an. Kernraum des Bezirkes ist die Terrassen und Auenlandschaft der Mur im Leibnitzer Feld. Im Osten hat der Bezirk Anteil am Oststeirischen Hügelland, im Westen am Weststeirischen Hügelland, im Süden bildet die Mittelgebirgsschwelle des Poßruck und Remschnigg (dieses Gebiet gehört zu den Alpen) die Grenze zu Slowenien.
Über 60% der Gesamtfläche des Bezirkes sind Dauersiedlungsraum, wobei der Anteil des Dauersiedlungsraums entlang des Murbeckens bis an die österreichisch-slowenische Grenze höher ist als im steirischen Hügelland.
Die hochrangige Verkehrsinfrastruktur (Schnellstraßen, Bundesstraßen; Südbahn) verläuft größtenteils entlang des Murtals.
Der Bezirk Leibnitz ist auf der Straße in Nord-Süd-Richtung durch die A9 (Pyhrn Autobahn) und die B67 (Grazer Straße) sowie in (Süd)West-(Nord)Ost-Richtung durch die B73 (Kirchbacher Straße) und in West-Ost-Richtung durch die B69 (Südsteirische Grenzstraße) an die angrenzenden Regionen angeschlossen. Der Bezirk ist schienenmäßig durch die Südbahn erschlossen.
Die innerregionalen Erreichbarkeitsverhältnisse sind generell gut bis sehr gut (peripher liegen nur einige Gemeinden im südwestlichen Teil des Hügellandes), begünstigt sind die Gemeinden entlang der Hauptverkehrswege.
Demographische Entwicklung:
Für das Volkzählungsjahr 2001 wurden für den Bezirk Leibnitz 75.328 Personen ausgewiesen, dies entspricht 6,4% der gesamten steirischen Wohnbevölkerung. Die Bevölkerungsdichte (EW/km²) liegt zwischen 41 in der Gemeinde Schloßberg und 1.158 in Leibnitz.
Die Wohnbevölkerung ist zwischen 1991 und 2001 entgegen dem gesamtsteirischen Trend um 5,0% gestiegen. Damit ist Leibnitz nach Graz-Umgebung nicht nur der Bezirk mit der zweitstärksten Bevölkerungszunahme, der Bevölkerungszuwachs liegt auch deutlich über dem österreichischen Vergleichswert von 3,0%. Den stärksten Zuwachs verzeichnen die Gemeinden entlang des höherrangigen Verkehrsnetzes bzw. im direkten Einzugsbereich der Landeshauptstadt Graz.
Von Bevölkerungsrückgängen betroffen waren in erster Linie periphere Gemeinden im Süden des Bezirkes.
Gemäß der ÖROK-Bevölkerungsprognose 2001-2031 werden für den Bezirk Leibnitz auch in Zukunft
Bevölkerungszuwächse prognostiziert.
Dem österreichweiten Trend folgend wird sich auch in den nächsten Jahren die Altersstruktur von den jüngeren Altersgruppen zu den älteren Altersgruppen verschieben.
Wirtschaftsstruktur und Arbeitsmarkt:
Für die Region West- und Südsteiermark wird ein Bruttoregionalprodukt pro EinwohnerIn von 65% des österreichischen Wertes ausgewiesen.
Die Region gehört damit zu den wirtschaftsschwächeren österreichischen Regionen. Allerdings ist seit Mitte der 1990er Jahre ein positiver Trend zu beobachten.
Für das BRP in der Region wird ein Anstieg um rund 45% seit 1995 ausgewiesen, der über dem steiermarkweiten und österreichischen Durchschnitt liegt (Steiermark: +38%, Österreich:+36%).
Im Jahr 2001 wurden für den Bezirk Leibnitz 24.923 Arbeitsplätze ausgewiesen, 43,1% davon waren Frauenarbeitsplätze. Gegenüber dem Vergleichsjahr 1991 ist die Zahl der Arbeitsplätze um 6,5% und damit stärker als im Bundesland- und Österreichvergleich (3,9% bzw. 4,0%) gestiegen.
Die Ausweitung hat zum überwiegenden Teil in den Dienstleistungsbranchen stattgefunden und ist vielfach auf Teilzeitarbeit zurückzuführen.
Der Bezirk Leibnitz ist stark landwirtschaftlich geprägt, die topografischen und klimatischen Verhältnisse sowie die Bodenbeschaffenheit bieten dafür sehr günstige Voraussetzungen.
Auch dem Bereich Industrie und Gewerbe kommt überdurchschnittliche Bedeutung zu. Die Wirtschaftsstruktur hat allerdings in den letzten Jahren auch hier einen beträchtlichen Wandel hin zu den Dienstleistungsbereichen erfahren.
Zwischen 1991 und 2001 hat sich der Anteil der Arbeitsplätze in der Land- und Forstwirtschaft von rd. 17% auf 11% und der Anteil der Industrie- und Gewerbearbeitsplätze von 37% auf 32% reduziert. Demgegenüber steht eine Ausweitung des Anteils der Dienstleistungsarbeitsplätze von 46% auf rd. 57%.
Bildung und Bildungsinfrastruktur:
Der allgemeine Trend zur höheren Bildung spiegelt sich auch in den Bezirksergebnissen wider. Dem gesamtösterreichischen Trend folgend ist die Zahl der Personen mit Hochschulabschluss bzw. mit Matura auch im Bezirk Leibnitz deutlich angestiegen. Der Anteil der über-15-jährigen Wohnbevölkerung mit Hochschulabschluss lag im Jahr 2001 bei rd. 4,1% (Stmk.: 7,1%, AT: 8,0%), Matura hatten 6,9% (Stmk.: 9,7%, AT: 10,9%) der mehr als 15-jährigen Wohnbevölkerung.
Der Trend zur höheren Ausbildung ist in allen Gemeinden zu beobachten. Insgesamt herrscht in den Arbeitszentren ein höheres Bildungsniveau vor, in Gemeinden mit einem hohen Anteil des industriell-gewerblichen Bereiches sind meist die Anteile der Personen mit Fachschul- bzw. Lehrabschluss überdurchschnittlich hoch.
Bildungsinfrastruktur:
Im Bezirk Leibnitz gibt es im Bereich der Pflichtschulen:
- 40 Volksschulen
- 14 Hauptschulen (zwei in Leibnitz, je eine in Arnfels, Ehrenhausen, Gamlitz, Gleinstätten, Großklein, Heiligenkreuz, Lebring, Leutschach, St.Georgen/Stiefing, Straß in Steiermark, Wildon und Wolfsberg im Schwarzautal)
- 4 Polytechnische Schulen (Arnfels, Gleinstätten, Leibnitz, Wildon)
im Bereich der weiterführenden Schulen mit Matura:
- eine AHS (Leibnitz)
- eine HTBLA (Kaindorf an der Sulm, Arnfels)
- eine HAK (Leibnitz)
Die Nähe zum Grazer Zentralraum und die Anbindung der Region insbesondere im Öffentlichen Verkehr erleichtern den Zugang zu einem breiteren Bildungsangebot an weiterführenden Schulen, Akademien, Fachhochschulen und der Universität.
